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Gedanken, Gesellschaft, Spiritualität und Bewusstsein

Heilende Beziehungen

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist die heilende Wirkung von Beziehungen, in welcher Form diese auch immer auftreten mögen, ob als Beziehung zum Selbst, zum inneren Kind, zu Gott, zu anderen Lebewesen, zur Natur… unser Leben besteht aus Beziehungen.

Ich, wie wahrscheinlich die meisten von uns, habe schon Beziehungen erlebt, die in hohem Maße traumatisierend waren, verstörend und  in den Grundfesten erschütternd. Ich selbst hielt diese Form von Beziehung bis vor einigen Jahren für die einzig mögliche… bis ich bereit war, das Gegenteil zu erfahren.

Beziehungen, die einengen, die auf Angst basieren, Angst einsam zu sein, Angst vor sich selbst, Angst vor der Zukunft, die von Abhängigkeit und Kontrolle getragen werden, erzeugen Traumata und Verunsicherung – das haben viele von uns schmerzhaft lernen müssen.

Doch wenn Traumata in Beziehungen entstehen, kann auch Heilung in Beziehungen entstehen, nicht in theoretischen Überlegungen, sondern in gelebten Beziehungen.

Ich denke eine Beziehung ist dann heilend, wenn sie nicht auf den oben genannten Parametern beruht, sondern auf der Bereitschaft, in sich selbst und in anderen den Funken Gottes zu sehen, der seinen Weg zu sich selbst findet. Meiner Meinung nach sollte das der Grund sein, Beziehungen zu führen, andere an ihr wahres Ich, ihr göttliches, ewiges Ich zu erinnern…und somit auch sich selbst. Ich denke, wenn wir an dieser Bereitschaft arbeiten, bekommen wir, wenn auch nur kurze, Eindrücke davon, dass unsere Dualität, unserer Separatismus nichts ist als eine Illusion, die uns den Raum bietet, zu erfahren.

Hierzu habe ich ein sehr passendes Zitat von Neale Donald Walsch gefunden:

‘Let your love propel your beloveds into the world- and into the full experience of who they are. In this will you have truly loved. ‘ (‘Lass Deine Liebe Deine geliebten Menschen in die Welt treiben – und in die volle Erfahrung davon, was sie sind. Darin wirst Du wahrhaftig geliebt haben.’)

Ich selbst darf und durfte die Erfahrung machen, welchen Frieden Beziehungen spenden können, die auf diesem Grundpfeiler erbaut sind. Solche Beziehungen bieten eine immense Plattform für einen gemeinsamen, spirituellen und vor allem kreativen Weg. Aus meiner Erfahrung heraus kann eine heilende Beziehung im Äußeren auch eine heilsame Beziehung zu dem eigenen Selbst im Inneren erzeugen oder zumindest ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist die vollkommene Authentizität, die Möglichkeit, sich einem anderen Menschen  oder sich selbst  oder Gott etc. so zu zeigen, wie man ist, wie man war, wie man wird, mit allen Facetten, allen zur Verfügung stehenden Emotionen, in aller Menschlichkeit. Wenn eine solche Form von Beziehung erreicht ist, ohne Schuld, ohne Bewertung, ohne Kontrolle, dann denke ich, können Beziehungen tatsächlich heilend sein.

Welche Erfahrungen habt Ihr in diesem Kontext gemacht?

Hier habe ich auch noch ein Video zum Thema gefunden:

Allen einen schönen Ausklang des Wochenendes!

Julia

(Quelle Bild: http://tapsigerlebenskuenstler.files.wordpress.com/2012/04/beziehungen_01.jpg)

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Diskussionen

10 Antworten zu “Heilende Beziehungen”

  1. Liebe Julia,

    deinen Ansatz zum Thema und deine entsprechenden Erfahrungen verstehe ich sehr gut und für dich ist es zweifellos ein guter Weg, den du auf diese Weise gegangen bist.

    Ich habe eine Ehe und eine Langzeitbeziehung beendet, weil sie mir nicht (mehr) gut getan haben, obwohl ich mit diesen Menschen stets etwas gelernt habe. Aber auch mein Mut zum Weitergehen war jeweils ein wichtiger persönlicher Fortschritt.

    Meine jetzige Beziehung und Ehe, die seit 10 Jahren andauert, ist streckenweise anstrengend und verstörend, beidseitig, jedoch sind es tiefe karmische Erfahrungen, die uns verbinden und zueinander geführt haben, um… zu lösen und frei zu werden. So hat sie bei mir z.B. u.a. dazu geführt, eine tiefe Angst vor dem Verlassenwerden zu heilen, denn dieser Mann wollte mich immer mal wieder verlassen und immer wieder war ich so gezwungen, durch diese Gefühle hindurch zu gehen. Bis ich merkte, ich kann ohne ihn leben und ich kann mit ihm leben, das Entscheidende ist, was ich aus meinem Leben mache, wie ich es ansehe, wie sehr ich mich selbst wertschätze.

    Das ist meins dazu.

    Liebe Grüße
    Marion

    Geschrieben von tausendundeineblume | 9. September 2012, 18:40
    • Liebe Marion,
      Danke für Deine offenen Worte. Du hast ein paar mutige Entscheidungen um deiner Selbst Willen getroffen.
      Dass Du in Deiner jetzigen Beziehung immer wieder durch die gleiche Erfahrung gehen musstest und dadurch Deine Angst verloren hast, hört sich zum einen nach einem Weg mit einem Ausgang zur eignen Unabhängigkeit, Eigenständigkeit, zum anderen aber auch (für mich) bedrückend an. Es freut mich jedoch, dass Deine Selbstwertschätzung durch diese Erfahrung wachsen und Du Heilung erfahren konntest.

      Geschrieben von Julia | 9. September 2012, 19:58
      • Liebe Julia,

        wenn du sagst, das von mir Beschriebene hört sich für dich u.a. auch bedrückend an – dann denke ich, handelt es sich genau um den schmalen Grat, wo unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden können und die eine wie die andere ist richtig.

        Es entspricht meiner ganz persönlichen Erfahrung, dass Befreiung und Heilung geschah, indem ich dem, was mich ängstigte, nicht den Rücken kehrte, sondern ins Gesicht sah. Indem ich das, was sich streckenweise verstörend anfühlte, aushielt und anschaute, was die Gründe darunter sind, die mich so fühlen lassen. Es gibt vielleicht momentan keinen anderen Menschen auf der Erde als meinen Mann, der mich an solche gefühlten Abgründe heran bringen konnte und kann, jedoch fand ich genau darin eine Chance zur Heilung, die mir niemand sonst bringen konnte, eine Möglichkeit zur Integration von Schattenanteilen, die einmalig ist, wenn auch sehr herausfordernd.

        Alles Liebe
        Marion

        Geschrieben von tausendundeineblume | 9. September 2012, 20:17
  2. Ich denke ein wichtiger Punkt für mich aus deinem Tex ist “sondern auf der Bereitschaft, in sich selbst und in anderen den Funken Gottes zu sehen”, insbesondere natürlich auch in Beziehungen nicht funktionieren. Das göttliche zeigt sich immer, es zu sehen, sich ihm zu öffnen, bereit hietfür zu sein ist der schlüssel in uns. Diesen zu finden oder ihn zu benutzen ist nicht immer einfach. Unser Ego liebt es sowohl Sieger, als auch Opfer zu sein, es findet immer seine Identität. Wenn wir uns mit dem göttlichen verbinden haben wir alle ein und dieselbe Identität. Vielleicht lautet sie dann auch anders, ist ein Zustand.Lustigerweise scheinen uns unsere Indentitäten von diesem Zustand abzuhalten.
    Danke für deinen Beitrag.

    Geschrieben von nixzen | 10. September 2012, 16:51
    • Ja, ich denke in den Momenten, in denen die eigene Geschichte oder wie Du sagst Identität in den Hintergrund rückt und man einen kleinen Eindruck davon erhält, was wir tief in uns sind, haben wir die Chance, echtes Mitgefühl und Empathie in unseren Beziehungen zu entwickeln. Ich glaube, sich immer wieder daran zu erinnern, insbesondere, wenn es schwierig wird, kann schon eine große Hilfe im Miteinander sein.

      Geschrieben von Julia | 10. September 2012, 17:35
  3. Ein sehr schöner Artikel und ein stimmiges Video. Beides hat mich sehr berührt. Ich denke, den Funken Gottes in dem anderen sehen zu können, ihn erkennen zu wollen, das ist wirklich entscheidend – und es ist eben auch heilend, wenn man dies kann, wie du schon schreibst. Für einen selbst und den anderen. Es verändert so viel, es öffnet, es lässt los, es schenkt Verständnis und Erkenntnis.
    Ich freue mich sehr für dich, dass du bereits solch eine “Frieden spendende” Erfahrung im Bezug auf das Thema Beziehungen für dich machen durftest.
    LG!

    Geschrieben von Meike | 10. September 2012, 17:41
    • Hallo Meike, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Mir ist das Lied ganz zufällig eingefallen. Ich liebe den Text…we would stay and respond and expand and include and allow and forgive and enjoy and evolve and discern and inquire and accept and and admit and divulge and open and reach out and speak up…fantastisch:-) Wie schön wäre das?

      Geschrieben von Julia | 11. September 2012, 18:31
  4. Hi liebe Julia,
    an sich kann ich mich meinen “Vor-Kommentatoren” nur anschließen – auch ich mag diesen Artikel sehr. Was mir bei den Kommentaren aufgefallen ist, ist, dass sich ein unterschwelliger Tenor auf zwischenmenschliche Beziehungen eingeperlt hat. Dabei hast Du, und da hab ich mich gefreut, gleich am Anfang ja geschrieben: “Beziehung zum Selbst, zum inneren Kind, zu Gott, zu anderen Lebewesen, zur Natur… unser Leben besteht aus Beziehungen.” Genau das ist das Ding! Es geht um die Beziehung als solche. Ein Satz, den ich immer wieder Menschen sage, denen es mal eben nicht besonders gut geht (das schließt mich in solchen Momenten mit ein), ist:

    Das Problem ist niemals das Ereignis selbst (und das kann das Handeln eines uns nahen Menschen sein, es kann aber auch nur der platte Fahrradreifen sein oder der abgestürzte Rechner oder der Betrunkene, der uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf grölt), sondern die Beziehung, in die Du Dich zu dem Ereignis setzt.

    Damit fasse ich also den Begriff so weit, wie man ihn weiter eigentlich kaum fassen kann, als gesamtes Verhältnis zwischen uns und den zehntausend Erscheinungen (inklusive unsere Gedanken und den aus ihnen entstehenden Emotionen). Diese 2 Cent wollte ich gern noch eben hinzugeben. Danke :)

    Mit Metta
    “Phra” Michael

    Geschrieben von "Phra" Michael | 10. September 2012, 19:45
    • Lieber Michael,
      ich finde es schön, dass Du das Thema Beziehung wieder in einen größeren Kontext hebst.
      Stimmt, es geht immer darum, in welche Beziehung wir uns zu den ‘Erscheinungen’ setzen. Das einzige, bei dem wir wirklich eine Wahl haben, das einzige, bei dem wir wirklich frei sind, ist unsere Perspektive zu wählen, eben die Beziehung zu dem, was geschieht. Aber auch hier ist es wieder leichter gesagt als getan, denn nicht allzu selten steht uns unsere Geschichte, unsere Meinung, unsere Erfahrung im Weg, die Dinge wirklich so zu sehen, wie sie sind, sich die Möglichkeit zu geben, neue Perspektiven zu entwickeln. Ich nehme es in der letzten Zeit immer ganz bewusst wahr, wenn es mir gelingt. Ein schönes Gefühl:-)

      Geschrieben von Julia | 11. September 2012, 18:41

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